Wir müssen reden.


DatenschutzImmer wieder gibt es Tipps für praktische Apps zum Thema Datenschutz.

Diesmal gibt es welche zu einer App, die private Bilder auf dem Handy versteckt. Der tiefere Sinn der App: Bilder verstecken für den Fall, dass man sein Handy in kleiner Runde mal eben so herumreicht.


Jeder kennt diese Situation: Man sitzt in kleiner Runde, jemand reicht sein Handy herum, um ein paar Schnappschüsse der letzten Reise zu zeigen. Und dann passiert es.

Jemand drückt mit den dicken Fingern den falschen Button auf diesem kleinen Ding und schwupps sind auf einmal Bilder zu sehen, die so gar nichts mit der Reise zu tun hatten. Bikinischönheiten und auch ein paar Bilder mit noch privateren Ansichten…

Das Resultat? Alles raunt, nur eine Person möchte im Boden versinken.

Nun gibt es eine Lösung: Eine App, die solche Inhalte versteckt.

Das Handling der App sieht so aus, dass man alle Bilder, die man verstecken will, an die App sendet. Die Software versenkt diese Bilder dann in einem besonders geschützten Bereich und gibt sie nur nach Eingabe einer PIN wieder heraus.

Das klingt eigentlich nach einem guten Ansatz. Aber es bedeutet für den Anwender Mehraufwand. Und das will der Anwender gar nicht. Schon wieder eine PIN, die man sich merken muss. Und wieder ein Schritt mehr bei der Bedienung.

Die vermutliche Realität sieht nach meiner Einschätzung dann sehr schnell so aus, dass nicht alle Bilder dort versenkt werden, die eigentlich dort hinein gehören. Also bleibt genug Peinlichkeitspotential auf dem Handy liegen. Und das wird nach Murphys Law auch wieder bei der nächsten Party seine Kraft entfalten.

Was im ersten Moment hilfreich erscheint, wird beim Eintauchen ins Thema also eher zu einer philosophischen Frage aus dem Bereich Datenschutz. Vor allem auch deshalb, da die „Pro“-Version der oben aufgeführten App als eine Funktion die Datensicherung in der Cloud anbietet. An diesem Punkt wird der eigentlich gute Ansatz ins Gegenteil verkehrt.
Ich habe also so private Daten, die ich nicht einmal meinen Freunden zeige und schicke diese ohne nachzudenken in eine Cloud, deren Betreiber ich noch nie im Leben gesehen habe? Also das ist völlig absurd.

Der grundsätzliche Ansatz muss ein Anderer sein!

Auf das Handy gehören nur Dinge, die man jederzeit gerne anderen zeigen würde.

Alles andere hat auf so einem mobilen Gerät nichts verloren. Auch hier sollte wie im Bereich des Datenschutzes primär ein Grundsatz gelten: Datenvermeidung.

Wie oft ist es schon passiert, dass man versehentlich Bilder oder Daten über eine Synchronisierungsfunktion des Mobilgeräts dann doch in ein soziales Netzwerk hoch geladen hat? Gerade die intransparente Ausgestaltung von Einstellungen zur Privatsphäre lassen genug Fallen und Hintertüren offen, durch die man privateste Daten verlieren kann. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten kann also nur so aussehen, dass man bestimmte Daten (also auch Bilder) niemals so lagert, dass sie abhanden kommen können.

Fazit: Man darf nicht alle mit sich herumschleppen, was bei einem Verlust sich selbst oder Dritte kompromittiert. Also Datenhaltung vermeiden, wo immer es geht.


Datenschutz - Impressum

IT-Beratung - IT-Betrieb - Technologieberatung - IT-Risikobewertung - Vorträge und Weiterbildung zu IT-Themen