Es lebe die Cloud!

CloudEin großes Lob an die NSA und PRISM!

Die NSA stand eigentlich nie auf meiner Argumentationsliste bei der Diskussion um Cloud-Anwendungen. Aber jetzt muss ich mich bei denen wirklich bedanken. Endlich kommen kritische Nachfragen.

Seit geraumer Zeit gibt es genug Warnungen von Experten, die immer wieder den Hype um das Thema Cloud ansprechen. Leider werden sie von Marketing Strategen mit immer lauterem „Billig, schnell und sicher“-Gebrüll übertönt. Und dann ein lauter Knall. Die NSA überwacht offenbar flächendeckend den Internetverkehr. Mit einem Schlag sind alle Rufe der Vertriebler verstummt und die leisen Argumente werden wieder gehört.


Gerade noch ein Hersteller versucht aktuell in den sozialen Medien seine Cloud-Services zu bewerben. Vermutlich auch nur, weil es nicht anders geht. Wer Nutzer auf ein neues Betriebssystem zwingt und gleichzeitig das auch noch mit einer Büroanwendung und dem Wechsel auf ein Abomodell mit Cloud-Anbindung versucht, hat wohl keine andere Chance. Aber das ist eigentlich nicht das Thema.

Das Thema heißt Cloud.

Nanu? Wie kann man denn über die Totalüberwachung der NSA reden und dann direkt weiter über das Thema Cloud?

Ganz einfach. „Cloud“ ist doch eigentlich nur ein Sammelbegriff für zentral installierte, hochverfügbare Anwendungen und Datenspeicher. Und das muss man als Kleinunternehmer nicht auf irgendwelchen Servern in den USA mit einem entsprechenden Monitoring durch staatliche Stellen machen. Das geht auch anders. Mit Servern im eigenen Haus. Und mit KnowHow. Und mit Personal. Und ja. Auch mit den entsprechenden Kosten.

Auch externe Cloud Services kosten Geld.

Hand auf’s Herz. Haben Sie je verstanden, was die Cloud Service Anbieter Ihnen da eigentlich anbieten? Was geliefert wird für wieviel Geld?

Es geht immer wieder nur um Buzzwords. Hochverfügbarkeit von 99.9%. Im Kleingedruckten kommen dann unglaubliche Einschränkungen. Da werden teilweise „unvorhergesehene Betriebszustände“ ausgenommen. Also ist der tagelange Ausfall eines Rechenzentrums aufgrund eines Blitzschlags jetzt bei den 99,9% anzurechnen? Nein. Der Blitz war ja unvorhergesehen. Genau wie die im Grunde mangelhafte Elektroinstallation, die beim Umschalten des Notgenerator unvorhergesehen einen weiteren Ausfall bewirkt.

Geld kostet dabei genau das, was in den meisten Vorgesprächen bei Vertragsabschluss immer vergessen wird. Was ist mit dem Datenbackup? Kein Problem, das Rechenzentrum ist redundant ausgelegt und auch die Datenspeicher sind alle gespiegelt. Also kein lokales Backup? Eine wirklich schlechte Idee. Die Daten müssen im Unternehmen vorhanden sein.

Wie kommen die Daten ins Unternehmen? Per Internet. Ah ja. Aber doch nicht über die DSL-Leitung. Doch, die reicht. Erst einmal. Wenn die IT nicht gleichzeitig aus Kostengründen die symmetrische Zuleitung kappen musste. 50MBit sind ja kein Problem mehr. Da sind die 20GB doch schnell herunter geladen. (Das Thema Drosselung lassen wir mal außen vor…)

Aber was ist wenn die Daten zurück in die Cloud müssen? Das dauert dann mindestens 10 Mal so lange.

Ach, das haben Sei alles schon mal als Einwand im Vorgespräch gehört? Von Ihrer IT-Abteilung? Den Spaßbremsen, die sich gegen alles Neue sträuben? Man könnte die Kellerkinder von Seiten der Geschäftsleitung auch mal als das sehen, was sie sind: Experten! Die wissen was sie tun, auch wenn sie manchmal externe Impulse brauchen können.

Das Beste an Ihrer eigenen IT-Abteilung aber ist: Die Leute dort wissen was sie mit dem vorhandenen Material anstellen können. Und sie haben keine kostenpflichtige Service-Hotline. Die kann man zu Fuß erreichen.

Alle IT-Abteilungen, egal wie groß sie sind, können viel mehr Sicherheit bieten als das so ein entfernter Anbieter je können wird. Denn sie kennen Ihre Geräte, kennen die Schwachstellen und wissen auch wie man im Notfall improvisiert. Versuchen Sie mal mit einem Notfallserver aus dem nächstgelegenen Baumarkt bei einem der Cloud-Anbieter etwas auszurichten. No Way.
Aber Inhouse klappt das sehr wohl. Und es müssen dann auch nicht erst dutzende Gigabyte aus (hoffentlich vorhandenen) Backups zurück in die Cloud, nachdem der Anbieter den Server wieder dargestellt hat.

Vertrauen Sie ihrer eigenen IT-Abteilung. Und deren Konzepten.

Hinterfragen Sie doch einmal konkret, welche zentralen Dienste im Unternehmen wirklich GEBRAUCHT werden und wie man das umsetzen kann. Sie werden merken, vieles ist eher ein „Nice to have“ als ein echtes „Must have“.
Berücksichtigen Sie dabei bitte auch, dass all diese kleinen „Nice to haves“ auch bedient werden müssen. Das muss man lernen und regelmäßig machen. Wie viele nette Features habe ich in Unternehmen schon ungenutzt gesehen, weil die ursprüngliche Begeisterung der zwei oder drei Leute in der Abteilungs- oder Geschäftsführungsebene umgekippt ist und der Erkenntnis wich, dass man die ganzen tollen Funktionen ja konfigurieren und pflegen muss.
Gerade im KMU-Bereich muss es nicht die große, modulare Lösung aus der Cloud sein.

Hören Sie sich an was die FACHABTEILUNG dazu sagt.

Die Leute der eigenen IT-Abteilung kennen den Betrieb. Sie kennen die Anwender. Die können das werten. Auf jeden Fall deutlich besser, als das ein provisionsgieriger Verkäufer kann. In der Regel haben die eigenen Mitarbeiter ein höheres Interesse an der Konkurrenzfähigkeit und dem Überleben der eigenen Firma als der nette Mann mit der Krawatte, der Ihnen da was verkaufen will.

Oder holen Sie sich externe Unterstützung in Form von Experten, die Ihnen nicht zwingend etwas verkaufen müssen. Es gibt genug Leute wie mich, die als Berater ins Unternehmen kommen und moderierend zur Seite stehen.

Das machen Sie in anderen Bereichen doch auch. Sie haben doch auch Steuer- und Unternehmensberater.

Also auch beim Thema Cloud gibt es eine Lösung: Die Cloud. Die private Cloud.


Datenschutz - Impressum

IT-Beratung - IT-Betrieb - Technologieberatung - IT-Risikobewertung - Vorträge und Weiterbildung zu IT-Themen