Sharing ist Caring

Oder ist das Teilen von Wissen doch eher pure Dummheit?

 

Direkt vorweg: Ja dieser Blogeintrag ist ein RANT. Und auch genau so gemeint.

Mir geht nämlich völlig gegen die Hutschnur wie sich seit einiger Zeit die wirklich gute Basisidee vom „Sharing is Caring“ entwickelt hat.

Einige „nette“ Menschen da draußen haben offenbar auf dem Grundgedanken ihren eigenen Business Case aufgebaut. Frei nach dem Motto „Wissen ist Macht, nix wissen macht nix. Ich krieg schon meine Kohle.“

Ich rede von diesen Leuten, die sich gegenüber Kunden als der Full Service Experte für Webdesign, SEO und den Webserver Betrieb anpreisen, aber im Kern nicht einmal auch nur die leiseste Ahnung haben was sie da tun. Diese Leute, die auf Linux-Servern gern einmal ein ‚chmod -R 777 /var/www‘ machen, weil das ja einfach alle Probleme löst. Diese Leute, die kurz danach jammern „Mein Server wurde gehacked, wer kann mir helfen?“ Schnell und kostenlos natürlich!

Das Problem

Diese Leute gehen mir – oder nein, uns allen – wirklich auf die Nerven, weil sie den Sharing Gedanken im Grunde schamlos und unverfroren ausnutzen. Es ist einfach eine Frechheit, Wissen von Leuten abzufragen, oder geradzu abzufordern, die sich das in nächtelangem Ausprobieren und immer wieder neu machen auf eigene Kosten erarbeitet haben. Von Leuten, die Geld in die eigene Weiterbildung stecken und sich Mühe geben Dinge zu verstehen. Die BestPracticess entwickeln und dies auch eigentlich gerne weitergeben.

Ja, stimmt. Dazu gehören immer zwei. Aber Menschen, die sich auch zum tausendsten Mal ausnutzen lassen und trotzdem wieder helfen sind hier nicht das Thema. Mir ist auch der moralische Aspekt dahinter ziemlich egal, denn diesen Wissensabgreifern kann man mit Moral und Ethik vermutlich nicht kommen. Sie wissen nämlich gar nicht, was das ist. Sie kommen auch nicht auf die Idee, jemanden mit Wissen zu einem Kundden mitzunehmen. Das würde ja den eigenen Gewinn schmälern und man müsste ja vom Nimbus des allwissenden Alleskönners etwas abgeben.

Mir geht es darum aufzuzeigen was die Folge von diesem, nennen wir es ruhig beim Namen, asozialen Verhalten ist. Seht euch mal in den einschlägigen Foren um, die Anderen (also die die gerne helfen) werden immer weniger. Und das ist die Krux dabei.

Das Resultat

Die Sharing Kultur ist (oder war) davon geprägt, sich gegenseitig Ideen und Vorlagen zu geben. Das Herausgeben von Informationen hat immer auch einen Gegenimpuls bewirkt, der einem selber half. Genau das bricht schleichend weg. Mein Eindruck ist, immer weniger Leute reagieren auf eine Frage mit einer Idee die einen weiter bringt. Immer öfter liest man: „google doch selbst“ oder „nee, keine Idee“.

Der Gegenansatz

Diesen Trend sollten wir alle aufzuhalten versuchen, weil es uns allen schadet. Machen wir es wie bei den Trollen. Nicht füttern, sondern ignorieren, dann hört es irgendwann von alleine auf.

Lasst uns alle weiter denen helfen, die es ernst meinen und die selbst auch helfen.

Die „Informationssauger mit Gewinnmaximierungsabsicht bei völliger Ahnungslosigkeit“ ignorieren wir einfach komplett ohne jede Diskussion. Die sterben dann schon…

 


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