Ich gehe dann mal wieder zur Schule

Einschulung_NorbertBildung wird immer wichtiger. Auch und gerade wenn es um das Thema Internet geht.

Es gibt einen schönen Satz: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ Diesen – nahezu aus der Antike überlieferten – Satz kann auch auf die heutige Zeit anwenden. Wie kann man Unternehmensentscheidern heute etwas zum Umgang mit sozialen Netzwerken und neuer Kommunikation nahe bringen, wenn nicht einmal deren Kinder dazu etwas lernen?

Ich möchte wissen, wie Schule die Themen Internet, soziale Netzwerke und Kommunikation in die Köpfe von Kindern und Jugendlichen bringen kann und will. Meine Wahrnehmung als Vater eines schulpflichtigen Kindes ist da ziemlich ernüchternd.

Brennen statt Löschen!

Oft wird einfach mit dem bösen Zeigefinger gedroht. Gut, das mache ich auch ganz gerne, aber trotz all meiner Unkenrufe findet mich der geneigte Leser ja nicht nur hier in meinem Blog. Da gibt es eine persönliche Seite und ein paar Fanpages bei Facebook. Ebenso findet man mich bei Twitter als IT-Unke und als Fotograf. Man findet mich als Fotograf auf Instagram, Pinterest und EyeEm. Oder bei ello, medium und ich glaube sogar diaspora.

Ich grauhaariges Wesen nutze diese Medien gerne und oft. Also eigentlich ständig. Da bin ich einfach mal ehrlich.

Die oben aufgeführten Plattformen nutze ich sehr bewusst. Auf manchen findet man mehr von mir, auf anderen deutlich weniger. Wieder andere sind nahezu verwaist, da ich entweder deren Nutzen oder eben die Datenauswertung nicht akzeptabel finde.

Es gibt in diesem Bereich kein schwarz/weiß. Auch wenn ich selbst oft so denke und auch Fotos in schwarzweiß sehr mag.

Jeder Nutzer muss ein Gefühl dafür entwickeln, bis wohin die Nutzung eines solchen Netzwerk sinnvoll ist. Man muss einfach jeden Tag lernen und bewerten.

Und damit sind wir direkt wieder im Bildungssystem. Entscheidungskriterien muss man entwickeln, die Fähigkeiten diese Kriterien zu entwickeln,  erlernen. Wo lernt man Lernen? In der Schule. Also nichts wie hin.

Am 24. August findet an einem Kölner Gymnasium eine Veranstaltung statt, auf die ich per Zufall bei Twitter gestoßen bin. (Siehe da, Twitter bringt doch was!)

Die Veranstaltung „LernLab -Lernen und Lehren“ richtet sich eigentlich an Lehrer und Lehrerinnen, aber es schadet weder der IT-Unke, noch mir als Vater eines Schulkindes, dort einmal rein zu schnuppern. Mich interessiert einfach, wie die „digitale Avantgarde“ der Lehrerschaft Probleme und Hürden überwindet, wenn es um soziale Netzwerke im Unterricht geht. Meine Erlebnisse sind für mich als Nutzer dieser digitalen Müllhalde einfach erschreckend.

Beim Thema „Mobbing an der Schule“ wird zum Beispiel das Thema Cybermobbing nonchalant ausgeblendet. Als ob es so etwas gar nicht gibt! Anstatt Bewusstsein für, bzw. gegen „Raubkopien“ zu wecken, wird versucht Schülern per Strafanzeige (??!!!) zu untersagen, Mediendateien auf dem Schulhof zu tauschen. Währenddessen werden im Lehrerzimmer, bzw. auf dem Flur davor munter Arbeitsbögen der Verlage kopiert. (Da könnte man jetzt einmal kurz drüber nachdenken…)

Die Krönung meiner Erlebnisse war aber, mein Angebot, die Schule im Bereich der MINT-Fächer zu unterstützen.
Das Angebot, im Rahmen der Informatik als Externer ITler und Poer-User den Nutzen und das Risiko von sozialen Netzwerken gemeinsam mit Lehrern und Schülern unter die Lupe zu nehmen, endete damit, dass gefragt wird, ob man nicht vielleicht vorher den Lehrer/innen erst einmal PowerPoint erklären könnte. Das hat mich wirklich getroffen.

Hier muss dringend nachgesteuert werden. Lehrer müssen Lernen lernen. Die Welt außerhalb der Schulmauern dreht sich weiter. Und sie hört damit nicht auf, bloß weil man weg sieht und sich verweigert. So zementiert man nur den Abstand zwischen Schule und dem Rest der Welt.

Wie textete Extrabreit in den 80ern? „Hurra, Hurra, die Schule brennt!“ Also Öl auf das Thema, damit Lehrer wieder brennen für Neues. Das wär‘ geil!


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