Einmal quake ich doch noch.

20130316-_IMG0078-125Zwei Jahre sind mittlerweile vergangen, seitdem sich ein ehemaliger Mitarbeiter der NSA mit ein paar Enthüllungen zu Worte meldete. Edward Snowden hieß der Knabe.

Was ist dadurch herausgekommen? Eine ganze Menge. Und eigentlich doch gar nicht so viel. Einige Punkte, vor denen auch ich hier im Blog gewarnt habe, haben sich bestätigt. Viele Theorien, die bis dahin mehr als düstere Dystopie gesehen wurden, haben sich mit einem Schlag besätigt.

Das Entsetzen war sehr groß, als heraus kam, das insbesondere staatliche Stellen ihren Vertrauensvorschuss völlig ungeniert ausgenutzt und missbraucht haben. Und doch hat sich nach meiner Wahrnehmung nur wenig bei der täglichen Social Media Nuzung und der Kommunikation im Allgmeinen geändert. Kaum jemand ist bereit, für die persönliche Bequemlichkeit auf all die tollen Errungenschaften moderner IT zu verzichten.

Noch immer geben die Leute ihre Kundenkarten heraus, mit denen ihr Einkaufsverhalten getrackt werden kann. Auf jedem Handy findet man Apps, die Standortdaten oder Gesundheitsdaten sammeln. Die ersten Versicherungsunternehmen kalkulieren spezielle Rabattmodell für Kunden, die Ihre Daten freigeben. Die meisten geben völlig bedenkenlos ihre Daten frei um jährlich 50,- Euro zu sparen. Geiz ist geil und man hat ja nichts zu verbergen.

Das all diese Daten sehr schnell verloren gehen, zeigt sich immer wieder. Kein Monat vergeht, in dem nicht irgendein Datensammler angezapft wird. Und selbst wenn das nicht passiert, gibt es Begehrlichkeiten von staatlicher Seite, Daten zu nutzen und zu verknüpfen wo immer es geht.

Das Kernproblem dabei: Niemanden interessiert das wirklich.

Aber das ist nur meine Außenwahrnehmung. Eigentlich hat die @gestalterhuette ja bei der Blogparade „Whistles for Whistleblowers“ #W4WB dazu aufgerufen, einmal aufzuschreiben was man selbst in seinem Nutzungsverhalten verändert hat.

Dann fasse ich das mal kurz zusammen: Im Grunde NICHTS!

Ja. Richtig gelesen. Bei mir hat sich sehr wenig geändert. Ich bin nach wie vor in sozialen Netzwerken unterwegs. Aber ich gebe nur sehr wenig Daten preis. Und vor allem: Ich gebe nur Daten preis, über deren Wirkung ich mir im Klaren bin. Ich zeige natürlich einige meiner Fotos auf Plattformen wie Pinterest, Instagram oder EyeEm.

Mir sind aber die Risiken und Nebenwirkungen im Klaren. Also sind zum Beispiel kaum Fotos von Menschen dabei. Denn ich kann nicht einschätzen, ob und wie sich Gesichts- oder Emotionserkennung weiter entwickeln. Also sorge ich dafür, das Menschen die ich fotografiere, einfach nicht in sozialen Netzen auftauchen.

Das bedeutet weiter gedacht auch, dass meine Rechner keine Cloud-Systeme nutzen, die ich nicht selber administriere. Denn wie soll ich ausschließen, dass solche Daten irgendwo in der Cloud ohne mein Wissen genutzt werden?

Basis meiner Social Media Nutzung ist also immer ein verantwortlicher Umgang mit Daten. Und zwar auch mit Daten anderer.

Wie nutze ich andere Medien wie Facebook, Twitter & Co?

Ich nutze diese Netzwerke auch noch immer. Hier sehe ich allerdings schon, dass sich meine Nutzung insgesamt verändert hat. Diese Änderung ist aber eher quantitativ zu bewerten. Ich sehe die Interaktion in diesen Netzwerken mittlerweile nicht mehr als zielführend an. Ich nutze einige ausgesuchte Kanäle und Quellen, um mich zu informieren und auszutauschen, das aber sehr oft in einem 1:1 bis 1:5 Verhältnis. Die langfristige Auswertung meiner Aktivitäten und deren Reaktionen zeigen nämlich, dass zwar gelesen, aber kaum interagiert wird. Insoweit kann ich im Bereich der sozialen Netzwerke also nur sagen: Ziel verfehlt.

Worauf achte ich sonst noch?

Ich synchronisiere mein Handy nicht mit sozialen Netzwerken, sondern synchronisiere die Daten komplett intern über von mir selbst betriebene Lösungen. Ich möchte nach wie vor nicht, dass Apple oder Google eine 1:1 Kopie meines Smartphones besitzen. Mit ist egal, wie sich ein LIEFERANT selbst einschätzt. Die endgültige Bewertung liegt bei mir. Und da ist mir auch egal, wie viele meiner Freunde und Bekannten das total uncool finden, dass ich eben nicht per WhatsApp oder einen anderen Messenger zu erreichen bin. (Von Threema sehe ich hier einmal ab. Diesen Messenger habe ich installiert, nutze ihn aber kaum.)
Meine Freunde kennen meine Festnetznummer und werden im Zweifel auch einfach anrufen.

Mein Fazit zwei Jahre nach Snowden: Wir alle sollten daran denken, dass niemand voraussagen kann, was mit unseren Daten in den nächsten 10 Jahren passieren wird. Also kann es nur ein Gebot geben: Datensparsamkeit!


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