Das geht so nicht weiter

IPv6Über ein Jahr war es hier still.

Jetzt ist ja bald Weihnachten. Also gibt es hier auch Weihnachtswünsche. Meinen ganz persönlichen Weihnachtsgruß an euch da draussen.

Die aktuelle Entwicklung rund um das Thema „Internet of Things“ und immer weiter um sich greifende Datenabflüsse bringen mich dazu, dieses Blog wieder aufleben zu lassen.

Noch immer scheint sich in den Köpfen vieler da draussen nichts verändert zu haben. Es scheint egal zu sein, wie mit Daten umgegangen wird. Nachdem Yahoo zum zweiten Mal zugibt, in unglaublichem Ausmaß Nutzerdaten verloren zu haben, wird noch immer nicht reagiert. Statt einfach das Konto dort zu schließen, hört man nur Ausflüchte. „Aber ich habe doch soooo viele Bilder auf Flickr, und da brauche ich doch meine Yahoo-ID…“, als wenn das nicht ein Argument mehr wäre, den Dienst sofort zu verlassen.

Diese Verknüpfung von Konten bei verschiedenen Anbietern ist für viele da draußen doch gar nicht mehr nachvollziehbar. Selbst ich muss ja immer mal wieder recherchieren, zu welchem großen Netz Instagram, YouTube oder WhatsApp denn jetzt nun gerade gehört.

Aber stimmt, Facebook hat ja versprochen, die Daten von WhatsApp gar nicht zu nutzen. Moooment, war da nicht neulich was? Egal. Wird schon alles seine Richtigkeit haben.

Leute, das ist der falsche Ansatz im Bereich Informationssicherheit und Datenschutz.

Ich muss es immer wieder betonen: Was technisch machbar ist, wird auch gemacht. Und wenn nicht offiziell, dann doch ganz sicher im Hintergrund im Rahmen von internen BigData Analysen und Planspielen.

Wie viele Testdatenbanken mögen da draußen existieren, die eben nicht wie das Produktivsystem gesichert sind? Oft hört man „Ist ja nur für einen kurzen Test“ oder “ Das löschen wir nächste Woche wieder“. Sorry, aber das passiert aus meiner Sicht nie. Diese Tests bleiben. Und wenn auch nur als Backup auf irgendeinem Medium, das dann irgendwie durch die Firma geistert.

Solche Daten fallen früher oder später einfach in die falschen Hände. Da wir als Nutzer, bzw. Ware dieser Unternehmen gar keine Möglichkeit haben, hier irgendetwas zu kontrollieren, gibt es eigentlich nur einen Rat: Behaltet die Daten einfach für euch. Gebt nur heraus, was zur Vertragsabwicklung unbedingt notwendig ist.

Merkt endlich, dass soziale Netzwerke alles sind, aber nicht sozial. Es sind Marketinginstrumente und riesige Datenquellen.

Was das bedeuten kann, sieht man sehr schön am Beispiel der Türkei. Das System kippt und die Daten werden zur realen Gefahr. Auch in den USA scheinen die ersten Menschen in diese Richtung zu denken. Kaum war Trump gewählt, kamen Überlegungen auf, die vorhandenen Daten zu schrumpfen. Einige große Unternehmen weigern sich momentan (noch) Listen über Muslime im Unternehmen anzufertigen. Sowas hatten wir hier auch schon mal. Und das ist echt ins Auge gegangen.

Update sechs Minuten nach Veröffentlichung: Die USA scheinen sich für eure SocialMedia Accounts zu interessieren.

 

Und dann die Seite der Rezipienten.

Viel zu blauäugig werden Zugangsdaten auf verschiedenen Plattformen benutzt. Mehr als eine Email Adresse? Ohje. Dann noch verschiedene Passworte? Geht ja gar nicht…

Es werden vorhandene Absicherungsmöglichkeiten wie eine Zwei-Faktor Authentisierung einfach nicht benutzt. Es ist ja auch total schwer und fast unzumutbar zusätzlich einen sechstelligen Code zusätzlich einzutippen. Da muss man ja das Handy die ganze Zeit dabei haben.

Ähm…. Merkste selbst, oder? Falls nicht: Das Ding, das du da ständig in der Hosentasche ist dein Plus an Sicherheit. Das Ding ist doch nie mehr als eine Armlänge von dir weg.

Nutzt doch endlich mal die vorhandenen Möglichkeiten!

Und zwar nicht nur dazu, ständig ungefragt eure Befindlichkeiten in die Welt zu blasen. Hinterfragt doch einfach mal, ob die Information die ihr gerade senden wollt, für irgendwen da draussen einen Mehrwert darstellt. Je öfter ihr das verneint, desto weniger seid ihr die Ware. Und ja, ihr werdet es merken. Facebook wird euch bitter dafür bestrafen. Ihr werdet irrelevant!

Na und? Misst sich eure Persönlichkeit wirklich nur in Facebookrelevanz oder der Followeranzahl bei Twitter und Instagram?

Ich genieße meine Irrelevanz. Sie bringt mir Zeit für andere Dinge. Probiert es mal aus.

Frohe Weihnachten, ihr Bandbreitenbegrenzer.


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